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Gitarrenlehrer-Sprechstunde ... Gibt es Übungen, um Haltungsprobleme mit der Anschlaghand zu beheben?
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Gibt es Übungen, um Haltungsprobleme mit der Anschlaghand zu beheben?

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Frage

Michael fragte am 30.7.2009:

Ich spiele seit 12 Jahren klassische Gitarre und möchte Musik studieren. Allerdings habe ich seit Beginn an ein Problem bei der Haltung der rechten Hand. Als richtige Haltung wird ja angesehen, wenn die Finger parallel zu den Seiten liegen und der Daumen abgespreitzt wird. Bei mir liegen die Finger nicht parallel, sondern schräg zu den Seiten, und der Daumen ist zwar abgespreitzt, aber nicht sehr weit von den anderen Fingern entfernt. Mein ehemaliger Lehrer sagte mir vor einigen Monaten, dass die korrekte Haltung der rechten Hand unbedingt erforderlich ist, um studieren zu können. Das Problem ist, dass bisherige Versuche die Haltung zu verändern scheiterten, auch weil ich meine Finger dann nicht mehr so schnell bzw. so klar bewegen kann. Sobald der Daumen ins Spiel kommt, verfalle ich in die schräge Haltung. Gibt es eine Möglichkeit bzw. Übungen, um dieses Problem anzugehen?



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Antwort

Die klassische Haltung der Anschlaghand würde ich als fast senkrechte Stellung der Finger zu den Saiten beschreiben. Das Maß der Abspreizung des Daumens hängt davon ab, ob der Daumen beim Wechselschlag sich deutlich vor dem Zeigefinger – also in Halsrichtung – vorbei bewegen kann. Eine leichte Schrägstellung der Finger, die eigtl eine weniger geknickte Haltung des Handgelenks ist, wird in diesem Rahmen von einigen Gitarristen sogar bevorzugt. Nach klassischer Lehrmeinung wird dennoch die nahezu senkrechte Haltung mit stärker eingeknicktem Handgelenk vertreten. Ich denke dabei z.B. an Andres Segovia, bei dem man den Eindruck hat, dass er streckenweise sogar eine leichte Schräge der Finger zum Steg hin, also in anderer Richtung beabsichtigt.

Eine solche lehrmeisterhafte Haltung sollte aber keineswegs ein Aufnahmekriterium für ein Hochschulstudium sein. Wichtig ist vorerst nur, dass Du mit Deiner Technik musikalisch überzeugst. Es ergibt also keinen Sinn, eine noch wenig verfestigte Haltung anzunehmen, um reinen Äußerlichkeiten gerecht zu werden. Für das Vorspiel zur Aufnahmeprüfung musst Du mit der Haltung spielen, mit der Du Dich wohl fühlst. Eine Korrektur der Haltung zielt, falls nötig, auf eine Effektivierung der Technik ab, was ein langer, über Jahre laufender Prozess sein kann. Inwiefern Dir während des Studiums eine Haltungskorrektur nahe gelegt werden würde, hängt auch vom Lehrer ab. Es gibt eben nicht nur eine einzig gültige Lehrmeinung, sondern auch stilistisch voneinander abweichende Schulen. Mit einem deutlichen Fokus auf spanischer Gitarrenmusik wird zu Recht die klassische, senkrechte Haltung das Ideal sein. Steht hingegen Lautenmusik der Renaissance im Mittelpunkt, wird sich die Lautentechnik auf das Gitarrenspiel abfärben. Schau Dir dazu z.B. den Lautenisten und Gitarristen Edin Karamazov und seine Haltung an: Seine Finger stehen nahezu parallel zu den Saiten, und der Daumen bewegt sich beim Wechselschlag hinter dem Zeigefinger. Das ist für die Laute und ihre Musik, die einen bedeutenden Teil der Gitarrenliteratur ausmacht, typisch.

Die Frage nach der richtigen Haltung hängt also unbedingt auch mit dem Stil zusammen, der bei einem Studium nicht aufgezwungen wird. Technische Mängel, die gute Lehrer immer besser erkennen als man es bei sich selbst beobachten könnte, sollte man durch gezielte Technikübungen beheben, schrittweise natürlich. Falls Du also wirklich ein Haltungsproblem hast, würde ich Dir einfache, akkordische Etüden mit Zupfmustern empfehlen, z.B. von Mauro Giuliani. Ich meine damit Etüden, die von wiederholenden Bewegungsmustern für die Anschlaghand geprägt sind. Dieses Wiederholen gibt viel Freiraum zum Experimentieren mit der Anschlaghaltung. Dabei kann man durchaus auch Extreme wie starke Schrägstellungen ausprobieren, um ein besseres Gefühl für ein ideales Mittelmaß der Haltung zu bekommen. Die Arbeit an der Haltung sollte darüber hinaus eigtl. immer auf dem Übungsplan stehen. Musikalische Gestaltung hat m.E. sehr viel mit Haltung und ihrer Variabilität zu tun. Die Variabilität steigert also das Potenzial musikalischer Ausdrucksmöglichkeiten.

es antwortete:

Lorenz Felgentreff

Gitarrist und Musikwissenschaftler
Berlin
Website: Gitarrenunterricht in Berlin

 

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