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Verstimmen sich E-Gitarren schneller als Konzertgitarren?

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Frage

Philip fragte am 3.4.2007:

Ein Freund von mir hat eine E-Gitarre mit Tremolo und im Vergleich zu meiner Konzertgitarre verstimmt die sich sehr stark. Verstimmen sich E-Gitarren allgemein oder nur die mit Tremolosystemen schneller?
Hier habe ich gelesen, dass das Floyd-Rose-System das (übermäßige) Verstimmen verhindern soll. Ich will mir demnächst auch eine E-Gitarre zulegen, so für etwa 300-400€. Hauptsächlich will ich Rock und Metal spielen. Fallen euch dazu Modelle ein?



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Antwort

Ich muss die Frage nach dem Vergleich der Stimmsicherheit differenzieren. Erstmal meine ich, dass sich nach dem Aufziehen neuer Saiten Konzertgitarren generell schneller verstimmen als E-Gitarren. Nicht vorgespannte Kunststoffsaiten geben anfangs wesentlich mehr Spannung nach als Metallsaiten. Davon abgesehen ist die Beobachtung der größeren Anfälligkeit von E-Gitarren für Stimmungsverzüge korrekt. Schuld sind nicht nur die Tremolosysteme, sondern v.a. unterschiedliche Materialeigenschaften. Phsykalisch kann man das auf das Elastizitätsmodul zurückführen, das für Stahlsaiten wesentlich größer als für beispielsweise Nylon ist. Dieser Unterschied lässt sich ganz einfach hörbar machen: Man erhöhe einen abgegriffenen Ton auf der E-Gitarre durch seitliches Verziehen - Bending-Technik - um sagen wir einen Halbton. Um den gleichen Ton in gleicher Griffposition auf der Konzertgitarre durch Bending um einen Halbton zu erhöhen muss man die Saite unvergleichlich mehr ausdehnen. Es ist also ein Fakt, dass sich bei der E-Gitarre wesentlich geringere Längenänderungen der eingespannten Saite hörbar auf die Intonation auswirken. Längenänderungen entstehen jedoch nicht nur durch seitliches Verziehen, sondern auch immer, wenn Saiten schwingen, also normal angeschlagen werden. Das hätte keine negativen Folgen, wenn die Saiten fest zwischen zwei Punkten eingespannt wären. Das ist aber meistens nicht der Fall: Die Saite liegt nur auf diesen Punkten auf, ist nicht fixiert. Bei normaler Saitenauslenkung oder gar seitlichem Verziehen entstehen dann Spannungsunterschiede zwischen den schwingenden und den toten Saitenabschnitten. Ist dann ein gewisser Schwellenwert - die Haftreibung kommt ins Spiel - überschritten, gleichen sich die Spannungsunterschiede aus: Die Saite rutscht um Millimeterbruchteile über den vorherigen Auflagepunkt. Dieses Nachgeben der Saite ist wie beschrieben bei E-Gitarren auffälliger.

Setzt man den Tremolohebel so ein, dass extreme Spannungsunterschiede an den Auflagepunkten am Ober- und Untersattel auftreten, verstimmen sich alle Saiten. Es gibt Tremolosysteme deren Nutzen ich nie verstanden habe. In solchen Fällen würde ich gleich zum Abmontieren des Tremolohebels raten. Ein Beispiel ist die originale Fender Stratocaster, deren Tremolosystem auch den irreführenden Namen gab: Bei der Patentanmeldung verwechselte der Erfinder offenbar die Begriffe Vibrato und Tremolo. Bei diesem Vibratosystem reicht schon eine Tonhöhenänderung im Halbtonbereich aus, um die Saiten regelrecht über die Sattel knackern zu hören. Manche Gitarristen arrangieren sich mit diesen Umständen. Ich habe einmal John Scofield während eines Konzerts beobachtet: Nicht nur in den Pausen, sondern auch während des Spielens stimmte er geschickt nach.

Zahlreiche Patente haben eine Lösung des Problems angestrebt. Gute Dienste leistet ein Stimmschutz am Obersattel, also halsseitig: Nach grober Stimmung wird die Saite einfach durch Schrauben am Auflagepunkt fixiert. Spielt man also viele Bendings und braucht den Vibrato-, i.e. Tremolohebel, ist beim Kauf einer Gitarre auf dieses zuverlässig funktionierende Detail zu achten. Die korpusseitige Fixierung hat m.E. noch keine endgültige Lösung gefunden. Die Idee des Floyd-Rose-Systems, die Saite praktisch auch am Untersattel zu fixieren, hat einen kleinen Haken: Der nun nötige Feinstimmmechanismus bedingt eine nicht optimale Untersattelform. Bei großen Auslenkungen verkürzt sich die schwingende Saitenlänge hier minimal. Der Ton fällt leicht ab im Ausschwingvorgang, was nicht in jedem, aber in manchen Fällen negativ auffallen kann. Weiterhin habe ich es als lästig empfunden, dass der in normaler Position befindliche, rein federgelagerte Floyd-Rose-Steg auf- und abkippbar ist. Damit reagiert er auch auf Bendings, und zwar so, dass die Normalspannung aller Saiten abfällt. Ansonsten bietet Floyd Rose nicht nur Schutz vor übermäßiger, sondern auch vor kleinster Verstimmung. Das gilt aber nur eingeschränkt für Imitate und Gitarren, bei denen der Hals übermäßig auf Spannungsänderungen reagiert.

Zum Kauf eines bestimmten Modells kann ich an dieser Stelle schon deswegen nicht raten, weil es immer darauf ankommt mit welchen Umständen - allein die Stimmsicherheit betreffend - man sich arrangieren kann und will. Eine typische Metalrockgitarre ist die Gibson Les Paul; im Original aber zu teuer. In der Richtung könnte man sich jedenfalls mal umschauen und: in die Hand nehmen, probieren und vergleichen.

es antwortete:

Lorenz Felgentreff

Gitarrist und Musikwissenschaftler
Berlin
Website: Gitarrenunterricht in Berlin

 

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